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FIS WORLD CUP
2005-2006
Endlösung

1.  Janda CZE 1151
2.  Ahonen FIN 1024
3.  Kuettel SUI 980
4.  Ljoekelsoey NOR 875
5.  Morgenstern AUT 846
6.  Romoeren NOR 757
7.  Kofler AUT 699
8.  Uhrmann GER 681
9.  Malysz POL 634
10.  Widhoelzl AUT 594
11.  Hautamaeki FIN 563
12.  Okabe JPN 500
13.  Bystoel NOR 495
14.  Happonnen  FIN 484
15.  Koch AUT 383


…PRESSE


Janda hatte keine Kraft mehr um zu Feiern

Quelle: Nedìlní Sport

Es war ein Meisterzusammentreffen! Weltmeister aus Planice Jaroslav Sakala und der Olympiasieger aus Grenoble Jiøí Raška. Und dazwischen Jakub Janda - der frische Gewinner der Vierschanzen Tournee. "Es ist Schade, dass Jirka Parma zur Arbeit gehen musste, wir könnten noch mehrere werden", lächelte der Barkeeper Jaroslav Sakala.

Janda brachte aus Bischofshofen noch während der Nacht auf. Morgen um halb sechs war er schon zu Hause in Frenštát pod Radhoštìm. "Begrüßung? Es war keine, ich bin schlafen gegangen" atmete der müde Janda aus. "Am Mittag habe ich meine Oma angerufen, sie hat jedoch irgendein Ausflug mit anderen Rentnern gemacht, so habe ich sie noch nicht gesehen." Das beliebte Oma´s Sauerbraten gab es nicht, stattdessen gab es Hähnchen. Erst am Nachmittag ging er für eine Weile Jaroslav Sakala und Jiøí Raška sehen. "Wir haben jedoch nicht so viel geplaudert, wir haben keine Zeit gehabt", lächelte Jiøí Raška, der in der Vierschanzen Tournee genau vor 35 Jahren triumphierte.

Die Springer haben symbolisch an der Bar mit einem Gläschen angestoßen, um den Triumph zu feiern. Um eine große Party zu machen, gibt es keine Zeit und auch keine Laune, weil spätestens am Montag früh Janda wieder aufbrechen musste. Am Freitag erwartet ihn Weltmeisterschaft in Kulm. "Ich habe mit Kuba mit einem Glas Sliwowitz angestoßen, wie sonst.

Penizillin aus Walachei darf doch bei solcher Gelegenheit nicht fehlen", lächelte Jiøí Raška. "Und was trank Kuba? Oh, das weiß ich nicht, irgendein von seinen Drinks."

Inzwischen ist auch der Vater Milan Janda in die Saky Bar angekommen. Er fuhr mit seiner Tochter mit eigenem Auto aus Bischofshofen zurück. Auf dem Hintersitz lag der Kristallpokal für den Vierschanzen Tournee Sieger. "Ich fahre direkt hierher, ich habe ihm doch immer noch nicht ordentlich gewünscht", atmete der Vater Janda aus. "Ich habe ihn am Siegerpodest nur leicht an die Schultern geklapst, danach haben mich schon Sicherheitsleute weggedrängt. Ich wollte kein Ärger machen und sich damit so eine herrliche Euphorie verderben".

Der hervorragende Janda reift wie ein guter Wein

Quelle: 24 hodin

Der tschechische Springer hat die Vierschanzen Tournee gewonnen - früher als Intersporttournee bekannt - nach 35 Jahren. Davor gelang es nur Jiøí Raška. "Ich nehme es nicht so viel wahr", zuckte mit den Schultern Janda. Es sah für den ersten Blick aus, als ob all die anderen Tschechen mehr Freude dank seinem Triumph empfinden als er selbst. "Zusammen mit Ahonnen zu gewinnen, ist für mich eine große Ehre", fühlte Janda auf.

Man werde sich lange an diese Tournee erinnern, so der ehemalige National Mannschaft Trainer David Jiroutek. "Skispringen ist eine Sportart, wo Punktenzehntel entscheiden können und hier passierte es, dass zwei von acht Skispringern total ausgeglichen waren. Die Tournee konnte kein mehr spannenderes Ende haben, beide Springer waren hundertprozentig, sie amüsierten perfekt die Zuschauer, sie haben sich es beide verdient", bewertete er die Tournee.

DER KNAPPSTE PUNKTEUNTERSCHIED ZWISCHEN DEM SIEGER UND DEM ZWEITBESTEN IN DER GESCHICHTE DER VIERSCHANZEN TOURNEE

Jahr   Unterschied   Tournee Sieger   Tournee Zweiter
2006 0,0 b. Janda (ÈR) a Ahonen (Fin.) -
1957 0,7 b. Uotinen (Fin.) Kirjonen (Fin.)
1953 1,1 b. Bradl (Rak.) Naes (Nor.)
1989 2,5 b. Laakonen (Fin.) Nykänen (Fin.)
1955 2,8 b. Silvenoinen (Fin.) Kirjonen (Fin.)
1970 2,8 b. Queck (NDR) Wirkola (Nor.)
1966 3,0 b. Kankkonen (Fin.) Neuendorf (NDR)


Stress ist der Begleiter und auch der Feind eines Skispringers

Quelle: Hospodáøské noviny

Die 10-tägige Vierschanzen Tournee gehört zu der am meisten anspruchsvollen Wettkampfserie der Skispringersaison. Nur die besten und stärksten können sich durchsetzen, nur diejenigen, die mit dem enormen Druck von Medien, Zuschauern und Werbungsagenturen klarkommen. Zehn Tage des permanenten Stress und der extremen Belastung endeten am Freitag durch den letzten Wettkampf in Bischofshofen.

After diesem Rennen freuten sich beide, der Tscheche Janda und der Finne Jane Ahonen, wobei gerade Janda sich in dieser Saison der Bezeichnung eines labilen Kämpfers losließ. Er zeigte es gleich mehrere Male. Dessen ungeachtet gibt auch er zu, der Mediendruck, den er zu standhalten habe, sei enorm, vor allem während der Vierschanzen Tournee. "Ich weiß nicht, ob ich den Zuschauern Nerven zerzauste, bei mir hat es jedenfalls funktioniert. Dieser Sieg kostete mich zehn Jahre meines Lebens", gab der 27 jährige Repräsentant zu.

Vier Wettrennen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und in Bischofshofen sind nur eine imaginäre Eisbergspitze. Man muss dazu noch Trainings, Qualifikationen, Videoanalysen, Pressekonferenzen und Reisen zurechnen. "Gepäck einpacken, Gepäck auspacken und keine Möglichkeit sich auszuruhen, wo man für eine Weile ausrasten könnte", sagte der beste deutsche Skispringer in der heurigen Tournee aus, Michael Uhrmann.

Und dazu muss man den permanenten Druck zuzählen. Während der Tournee ist er besonders groß gerade für die Springer aus Österreich und Deutschland, wo Skispringen besonders beliebt ist. Es reicht dann nur ein misslungener Sprung und die ganze Saison ist vereitelt.

"Skispringen ist mindestes aus fünfzig Prozent über Kopf", behauptet der ehemalige deutsche Skispringer Swen Hannawald. Er weiß genau worüber er redet, da er Vierschanzen Tournee in der Saison 2001/02 gewonnen hat, indem er als einziger in der ganzen Historie alle vier Wettrennen gewann.

Während der Vierschanzen Tournee gilt, dass besonders die heißesten Favoriten bei jedem Sprung unter einem ausnahmsweise großen Druck stehen. "Und je näher das Gesamtsieg kommt, desto brutaler dieser Druck wird", gab Hannawald zu. "Auch deswegen ist es fast unmöglich alle vier Wettkämpfe zu gewinnen. Ich habe es geschafft, jedoch jedes weitere Wettrennen war für mich schwerer. Es war in Bischofshofen fast unerträglich, denn jeder wollte den vierfachen Sieger sehen."

Jeder Springer kämpft mit dem Stress auf seine Art. "Ich gehe lieber jeden Abend für 30 Minuten joggen", sagte Uhrmann, der sich dazu vorm Einschlafen noch ungefähr eine Stunde massieren lässt. Hannawald versteckte sich nach dem Abendbrot in der Sauna. Der Pole Adam Malysz bekämpft Stress mit esoterischer Musik mit Meeresbrandung und Rauschung von Bäumen. Der Schweizer Simon Amman übt Joga. Seit dem Einführen von "Body Mass Index", nach dem man in Abhängigkeit von dem Springergewicht die Skilänge festlegt, müssen die Springer darauf achten, um wegen des Stress ihr Gewicht beeinflusst ist. "Während der Tournee kann jeder Springer sein Gewicht signifikant verlieren", gab Hannawald zu, deswegen ist es besonders wichtig ausreichend Nahrung zu sich nehmen. "Man kann ruhig auch etwas süßes essen, zum Beispiel Schokoladenpudding", so Uhrmann. Während des Tages kontrolliere er sein Gewicht mehrere Male, um sein vorgeschriebenes Gewicht von 66Kg zu halten. "Nach dem Ende der Tournee und mit dem zurücksetzenden Stress fühlt man sich wie nach einer Prügelei. Danach kriecht man für zwei, drei Tage ins Bett und man kann sich nicht bewegen", gibt Uhrmann zu.

Hinter dem Springer stehen Slowenen und Jandys Team

Quelle: Právo

Wer am meisten unterstützt die tschechische Nummer Eins im Skispringen? Der private Jandys Team und mehr und mehr Slowenen. Die geben dem tschechischen Skisprung dasselbe, was sie von ihm damals bekommen haben. In siebziger Jahren unterrichtete Skisprung in ehemaligem Jugoslawien Zdenìk Remsa, heutzutage steht hinter den Erfolgen von Jakub Janda der Slowene Vasja Bajc mit seinen Landsleuten.

Ausgerüstet mit Winterjacken und Mützen mit tschechischen Fähnchen denk man nicht, dass das Trio unter der Schanze Slowenen sind. Erst nach einer Weile ist es klar, dass tschechisch durch ein paar slowenische Wörter ergänzt wird. Es begann eineinhalb Jahre davor mit Bajc, der durch das Management von Skispringer Gruppe unter der Führung von Leoš Škoda. Janda blühte auf und das Realisationsteam hat sich um den Assistenten Ivo Župan ausgebreitet. Während der Tournee kam dazu der Physiotherapeut Boštjan Ahaèiè. Die Skispringer sind mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. "Es sind die richtigen Leute am richtigen Platz", sagt Janda ohne zu Zögern.

Im eigenen Teich haben wir ziemlich lange nach einem tschechischen Trainer gefischt, "unsere Leute müssen jetzt hart arbeiten und die richtigen Sachen lernen", sagt Škoda, warum tschechische Skispringer durch drei Slowenen trainiert werden. "Auch Bajc würde gerne mit tschechischen Trainern zusammenarbeiten, seine Vorstellungen weichen jedoch von der momentanen Situation. "Vielleicht wird in der Zukunft jemand Interesse äußern mit uns zusammenzuarbeiten", fühlt Bajc die Unwilligkeit zur Zusammenarbeit, der in der Skispringerwelt einen großen Namen hat. Erstklassige Skier und Skispringeranzüge sind ebenfalls sein Verdienst.

Zum ersten Mal hat auch der Physiotherapeut Ahaèiè geholfen. Er kam von seiner Praxis in Ljubljana ab, um bei der Tournee dabei zu sein. "Es war sehr zeitlich knapp und bei uns ist es nicht einfach jemanden vom Krankenhaus abzukommen", deutet Škoda an, wobei es sich hier um eine Notlösung handelt. Ahaèiè arbeitete mit dem slowenischen Nationalteam zusammen und hat auch Bajc geholfen. "Als er angerufen hat, habe ich zugewinkt", sagt Ahaèiè. Das tschechische Nationalteam möchte mit ihm auch während der olympischen Spiele zusammenarbeiten.

Der Skispringer aus Frenštát hat auch Unterstützung von Jandys Team. Es entstand dank der Initiative von Janda´s Vater Milan und von dem ehemaligen Skispringer und heutzutage Janda´s Manager František Jež. "Bajc gibt mir, was ich von einem Trainer brauche, die Vertreter der Skispringergruppe sorgen um alles nötige, um die Saison zu sichern und Jandys Team kümmert sich um alle "anderen" Angelegenheiten", gibt Janda zu.

Zum ersten Mal erschienen die Mitglieder des Unterstützungsteam unter dem Namen Jandys Team und mit den gleichen Winterjacken während des Wettrennens in Harrachov. Auch die Großmutter Ludmila mit Sliwowitz und Freundin Lucka, die auch die Tournee absolviert hat, waren dabei. Am Ende der Tournee kam der Vater Milan hinzu, der jedoch kurz nach dem Ende sehr sauer war, da ihm die Veranstalter kein Zugang zu seinem Sohn ermöglicht haben. So konnte er mit ihm seine Freude nicht unmittelbar teilen und musste so die Siegerehrung mit Abstand auf Video aufnehmen. Die Rührung hat ihn jedoch nicht verlassen. "Das kann man sehen, oder?" lächelte er hinter dem Bart.






©  Jakub Janda